Erste Rate



Ich habe es ja neulich schon versprochen, dass ich euch ein paar Fotos von Korsika zeigen werde. Und natürlich kann ich dann auch noch was dazu erzählen.
Also, drauf los!

Wir sind am ersten Pfingst-Ferientag (Samstag) direkt losgefahren, um unsere Nachtfähre in Savona (das ist ein bisschen links von Genua) zu erwischen. Dummerweise hat just am Vortag ein Bus aus Westheim (bei Aalen, nicht weit von hier) im San Bernardino-Tunnel gebrannt. Deshalb war der Tunnel gesperrt, und wir mussten über den Pass fahren. In den Nachrichten wurde geraten, die Ausweichroute über den Gotthard zu nehmen - dort gab es in der Folge einen der längsten Staus seit Menschengedenken. Wir sind da mit ein wenig über zwei Stunden Verzögerung noch ganz gut weg gekommen.

Die Anreise nach Korsika ist insbesondere auch für die Kinder spannend, denn man fährt durch fünf Länder. In Deutschland geht’s bis Lindau, dort kauft man das Österreicher und das Schweizer Pickerl. Dann geht’s weiter durch den Pfändertunnel (Österreich), bei Mäder wechseln wir auf die andere Seite des Rheins (und ins nächste Land, in die Schweiz). An Liechtenstein vorbei werden die Berge dann immer größer. Dann kommt der San Bernardino-Pass, der heuer grau-regnerisch verhangen und noch gut voll mit Schnee war. Auf der anderen Seite des Berges geht’s dann wieder runter, ins Tessin (dort sprechen die Schweizer Italienisch) und dann in Como über die Grenze nach Italien.
In der Po-Ebene hat uns dann auf Höhe von Mailand ein Platzregen erwischt:
korsika_2018_1.jpg
Kurz, heftig, erfrischend!
Weiter geht es dann an Reisfeldern vorbei bis zur Überquerung des Küstengebirges (mit welchem ich bei unserer ersten Fahrt nach Korsika überhaupt nicht gerechnet hatte). Dieses mal haben wir nicht Moby Lines sondern Corsica Ferries gebucht. Deshalb mussten wir nicht nach Genua sondern nach Savona fahren; dort ist der Heimathafen von Corsica Ferries.
korsika_2018_2.jpg
Fährhäfen sind mir übrigens ein vollkommenes Gräuel, was die Anfahrt angeht. Denn Fährhäfen haben ob ihrer Größe keine Navi-taugliche Adresse, und Hafenstädte haben oftmals mehrere Häfen: einen für Passagierschiffe, einen für Yachten, einen für Fracht, einen für Fähren, und und und.
Aber wir haben den Fährhafen (Profitipp: das heißt auf Englisch “Terminal Traghetti”) von Savona nach ein paar Irrungen doch noch (und durchaus rechtzeitig) gefunden. Nun war Warten angesagt, auch für den Wau.
korsika_2018_3.jpg
Aber: Unsere Fähre kam einfach nicht.
Sie war um 23:00 Uhr noch nicht da.
Und sie war auch um 23:50 nicht da (als wir eigentlich hätten abfahren sollen).
Und um 0:30 auch noch nicht.
Aber dann kam eine Fähre um die Ecke, hat kurz mal eben rückwärts eingeparkt (Foto), ihren Inhalt aufs Kai entladen und wir mussten schnellschnell reinparken.
korsika_2018_4.jpg
Das Parken in Fähren ist nebenbei bemerkt nichts für ängstliche Naturen, denn die Betreiber legen sehr viel Wert auf maximale Platzausnutzung (also minimale Parklücken).
Wir haben dann erst um 1:38 abgelegt.

Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass sich die fast zwei Stunden Verspätung auch als entsprechende Verzögerung bei der Ankunft zeigen würden, aber da hatte ich mich zu früh gefreut. Unser Kapitän hat über Nacht offenbar mächtig Gas (oder Diesel oder Schweröl) gegeben, so dass wir zur normalen Uhrzeit (etwa 6:30 Uhr morgens) in den Hafen von Bastia sind. Die Kapitäne wecken die Passagiere übrigens äußerst rechtzeitig (in unserem Fall um kurz nach 5 Uhr), sodass die Kabine (sofern gebucht) noch geräumt sowie das (nicht gerade preiswerte) Bordcatering beehrt werden kann. Das Plus daran ist freilich, dass man den Sonnenaufgang mitbekommt:
korsika_2018_5.jpg
Das Inselchen auf dem Foto links von der Sonne ist übrigens nicht Korsika (das liegt ja beim Sonnenaufgang grade in der anderen Richtung) sondern eine Insel mit dem Namen Capraia, die zu Italien gehört.

Und wer den Text vom Anfang noch im Ohr hat: Korsika ist dann das fünfte Land der Reise, formell zu Frankreich gehörig.

Samstag, 23. Juni 2018 by Wolfram
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Wenn einer eine Reise tut …



… dann kann er was erzählen.
Da fährste hunderte von Kilometern, über Berg, durch Tal und über’s Meer, durch fünf Länder, dann gehst dort in den Supermarkt und kaufst dir einen Brotaufstrich, den es in Deutschland nicht gibt:
20180610_nougatcreme1.jpg

Und dann schaust dir das Gefäß genauer an und entdeckst das hier:
20180610_nougatcreme2.jpg

“Conditionée en Allemagne”. “Abgefüllt in Deutschland”.
Muss ich direkt mal schauen, ob’s das Zeugs auch hier zu kaufen gibt, denn es schmeckt tatsächlich besser als das vom Marktführer.

Exakt dasselbe ist mir übrigens mit dem Pulver zur Herstellung eines kakaohaltigen Getränks auf Milchbasis passiert. Das war auch aus Good Old Germany.

Sonntag, 10. Juni 2018 by Wolfram
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Die Lösung



Crailsheimerle hat DIE Lösung für Leute, die Wohngebiets-30-Schilder nicht beachten, frisch importiert aus der nächstbesten Großstadt.

Dienstag, 24. April 2018 by Wolfram
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Passt. Fast.



Das älteste Kind wird heuer noch 13, das jüngste ist zwei. Die großen Boxen, die ich mir damals™ selber gebaut habe (mit 30er Tieftönern, die leider ziemliche Kinderfingermagnete waren) sind entsorgt, der Harman-Kardon-AV-Receiver eingelagert und der Wunsch nach mehr als nur “Audio-Berieselung” kam auf.
Also habe ich mir neulich eine schicke kleine Denon D-M41 DAB gegönnt; das Mini-Anlagen-Set mitsamt der Boxen.
20180417_denon_d-m41dab.jpg
Was soll ich sagen?
Der Sound ist nach meinem Empfinden wirklich einwandfrei. Die Anlage wummst trotz der kleinen Boxen sehr gut und geht mehr als “laut genug”, ohne dass irgendwas scheppert oder verzerrt.
Zwei kleine Dinge gibt es dennoch, die mir nicht ganz gefallen:

  • den Ton von Youtube-Videos über Bluetooth zu streamen, geht zwar qualitativ einwandfrei, aber je nachdem wie viel man spult gibt es einen Lag zwischen Video und Tonausgabe - teils mehrere Sekunden. Dabei ist es egal welchen Zuspieler ich verwende (Rechner, Android, iOS). Der Denon-Support hat mir vorgeschlagen, ich soll die Option “S.Direct” einschalten. Zunächst meinte ich, das ändert was, aber nicht wirklich. Am Besten - besser gesagt “zeitsynchronsten” - funktioniert der Youtube-Audiostream zur kleinen Denon, wenn man das Video nicht spult. Oder wenn man nur horcht und nicht schaut. Nebenbei bemerkt: Unsere Bose Soundlink II macht das übrigens nicht.
  • wir haben ein Noname-DAB-Küchenradio. Wenn ich die Denon und das Küchenradio denselben Sender spielen lasse, ist die Denon (zugegeben erst nach Stunden) irgendwann hinterher. Das hört sich zuerst cool an, aber wenn der Lag größer wird, wird’s schlecht. Dann hilft nur, die Denon kurz aus- und wieder einzuschalten.

Wohlgemerkt: Das ist Jammern auf extrem hohem Niveau und ich kann die Denon D-M41 DAB trotzdem uneingeschränkt empfehlen.
Aber ich wollte es einfach mal festhalten. Vielleicht haben ja andere ähnliche Erfahrungen gemacht.

Dienstag, 17. April 2018 by Wolfram
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Falls



Falls ihr irgendwie, irgendwo, irgendwann die Gelegenheit habt, euch “El Mago Masin” anzuschauen:
Tut das.
Lohnt sich.

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Rät euch der Wolfram, der gestern Abend in Equarhofen in der Musikhalle war (danke nochmal, B&S!)

Sonntag, 25. März 2018 by Wolfram
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Haushaltshilfe



Überaus lesenswert: Frau Silberdistels Reportage zum Thema Vollzeit-Haushaltshilfen.

Samstag, 24. März 2018 by Wolfram
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Das Monaco-Mysterium



Die Serie „Hubert und Staller“ läuft ja leider ihrem Ende zu. Die Protagonisten haben irgendwie so langsam keine Lust mehr: Nachdem die Pathologin Anja Licht (Hubsis Ex) und die Sonja von der Zentrale bereits aufgehört haben, will auch Staller nicht mehr, hat er angekündigt. Da ist es eine schlaue Idee vom Bayerischen Rundfunk, nach „Hubsi und Staller“ noch eine Folge von „Monaco 110“ zu senden; das ist auf jeden Fall ähnlich witzig.

Nur: wo kommt der Titel „Monaco 110“ her? Und: gab’s da nicht auch mal einen „Monaco Franze“ in der Glotze?
Zeit für eine Recherche, ob “Monaco” wohl irgendwas mit Polizei zu tun hat. Die beiden Serien ja wohl, aber das ist dann doch nicht des Rätsels Lösung. Die kommt nämlich aus dem Süden.

Für kleinere Ortschaften (wie zum Beispiel Kreßberg und seine Teilorte) gibt es in Fremdsprachen keine eigenen Worte. Für größere, insbesondere dank Umlauten schlecht auszusprechende aber sehr wohl.
Nehmen wir mal Nürnberg.
Da ist ja ein „ü“ drin. Damit tun sich Amis und Co. meist recht hart, folgerichtig gibt es einen englischen (und auch französischen) Namen für Nürnberg: Nuremberg. Der Italiener macht gar ein „Norimberga“ daraus, die Polen sprechen von Norymberga”.
Und auf diese Weise geschieht es auch der Stadt München. Die macht der Ami und der Franzose zu „Munich“, der Spanier platziert mit „Múnich“ gleich noch einen Accent drauf - und der Italiener sagt „Monaco di Baviera“.

Und genau daher kommt das mit den Serien, die spielen nämlich in München.

Sonntag, 11. März 2018 by Wolfram
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Schockstarre



Wisst ihr eigentlich, wie die privaten Fernsehsender auf ihre Einschaltquoten kommen? Ich weiß es jetzt, die lösen bei den Zuschauern eine Schockstarre aus!

Und zwar ist mir das neulich aufgefallen, als ich versehentlich in eine Autosendung reingezappt habe. Da ging es um die Vorstellung eines neuen Automodells und die Zuschauer konnten per F4cebook fragen stellen. Der Moderator vor Ort hat dann probiert, jemanden zu finden, der die Fragen beantwortet.
Was bei mir die Schockstarre ausgelöst hat, war die orthografische Qualität der Fragen. Da treten Leute öffentlich mit ihrem Namen im Internet auf und denen ist ernsthaft komplett egal, für wie bescheuert man sie hält? Einer hat es gar geschafft, in zwei kurze Sätze vier Fehler einzubauen.
Ob meines blitzartig eingesetzten Schocks sehe ich mich nicht in der Lage, euch den genauen Wortlaut mitzuteilen, aber da waren so Perlen dabei wie “kan mann die Lene asimetrisch teilen?” und “wiviel Hubraum und wiviel Leistung?”

Ich bin mir nicht sicher, nach welchem System der Sender diese Beiträge ausgesucht hat. Wollen die den Eindruck erwecken, ihre Zuschauer können tatsächlich keine Rechtschreibung? Immerhin gab es zur Frage auch den vollen Namen des Fragestellenden.
Haben die vielleicht gar noch die besseren Kommentare ausgesucht? Ich habe keinen Account bei F4cebook und kann deshalb nicht nachschauen. Ist die Menschheit tatsächlich inzwischen so rechtschreiberisch-schmerzfrei am Kommunizieren?
Wie haben die Fragesteller ihre Führerscheinprüfung bestanden? Haben sie sie überhaupt bestanden oder schauen sie die Autosendung nur zwecks der Sehnsucht, so wie ich zum Beispiel Dokus aus fernen Ländern?

Auf jeden Fall hat das mit der Schockstarre in meinem Fall wunderbar funktioniert. Ich sah mich für einige Minuten außerstande, weiter zu zappen …

Montag, 12. Februar 2018 by Wolfram
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