Vier Finger und wenig Daumen



Wenn ihr mal nach Ostfriesland kommt, dann schaut euch ruhig mal das Waloseum an.
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Das ist eine Außenstelle von der Seehundstation Norddeich, und es heißt so, weil es um einen vor einigen Jahren gestrandeten Pottwal drumrum geht. Herzstück der Ausstellung ist freilich der Namensgeber, beziehungsweise das, was von ihm übrig ist. Hier ein Foto von der linken Vorderpfote von dem Kumpel:
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Der Dimensionen wird man sich erst bewusst, wenn man so richtig nah dran ist!

Auch ansonsten kann man einiges über die Nordsee-Tierwelt erfahren, zum Beispiel über die Zugvögel.
Das ist für mich übrigens auch eine sehr seltsame Geschichte, das mit den Zugvögeln.
Bei uns im Landkreis wird immer wieder mobil gemacht gegen Windkraftanlagen. So würden Störche daran zerschellen und der bei uns vorkommende Rotmilan auch. Gerüchten zufolge hat man tatsächlich Milankadaver unter einer Windkraftanlage in der Nähe gefunden — allerdings war man sich bei der Todesursache nicht so ganz sicher, denn der Kadaver hatte unerklärlicherweise auch ein Einschussloch. Die Lokalpresse vermeldete die Tage, dass eine Untersuchung ergeben habe, dass an jeder Windkraftanlage bis zu 12 Fledermäuse jährlich verenden.
Angesichts der unglaublichen Anzahl von Windkraftanlagen in Ostfriesland habe ich also ständig nach einer gigantischen Tierkörperverwertungsanstalt Ausschau gehalten — aber ich habe keine gesehen, noch nichteinmal ein Schild. Wenn ich das nächste Mal an die Nordsee komme, frag ich einen Windbauern, was er mit den ganzen toten Viechern macht.

Sonntag, 22. September 2013 by Wolfram
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