Was fehlt



Als wir unser erstes Kind begrüßen durften, war die Unsicherheit groß. Bei jedem noch so kleinen Schrei fragten wir uns, was wohl los ist. Bauchweh? Hunger? Windel voll? Richtig krank? Das sind die überaus dringlichen Fragen, die sich wohl alle frisch gebackenen Eltern stellen.
Genial war es dann mit Kind Nummer Zwei, als wir Nummer Eins fragen konnten, was denn grade ansteht. Mit erstaunlicher, geradezu traumwandlerischer Sicherheit bekamen wir angesagt, um was wir uns bei Nummer Zwei bitteschön zu kümmern hätten.
Freilich blieb das Füttern und Wickeln nach wie vor unser Job, aber so ein „Baby-nach-Deutsch“-Übersetzer ist wirklich was wert. Oft dachten wir uns aber trotzdem: „was wäre das schön, wenn das größere Geschwisterchen auch das Wickeln übernehmen könnte!“.

Und mit dem jüngsten Nachwuchs haben wir das jetzt tatsächlich so: unser zweitgrößtes Kind (interessanterweise nicht Nummer Eins) ist dermaßen versessen darauf, dem Baby eine neue Windel hinzuschrauben, dass wir gerne gewähren lassen.
Aber was nun fehlt, ist der Übersetzer. Die anderen Kinder haben die Babysprache inzwischen verlernt und können uns leider nicht mehr sagen, weshalb das Jüngste nun schreit.

Man kann wohl einfach nicht alles haben …

Montag, 8. August 2016 by Wolfram
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