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In unserer Schule hat man mich zum Photo-Chronisten bestimmt, und da ich gerne Fotografieren können möchte, sind das immer gute Gelegenheiten zum Üben. Ich bin ein großer Fan von Available-Light-Photography (also Fotografieren ohne Blitz) und somit auch von Objektiven mit großer Lichtstärke. Meine beiden Lieblingsobjektive sind bislang mein Canon 50mm f/1.4 und mein (leider defektes) 90mm f/2.8 Tamron. Die Arbeit mit Festbrennweiten hat aber auch so ihre Nachteile, denn man muss den Bildausschnitt mangels Zoommöglichkeit „erlaufen“. Deshalb war es schon lange mein Traum, ein lichtstarkes Zoomobjektiv anzuschaffen. Und zwar keine „Telekanone“ (wobei das definitiv auch sehr geil wäre), sondern eben ein Objektiv für zum Leute knippsen.
Mehrere Jahre habe ich nun gespart, um mir ein Vierundzwanzig-Siebzig (24-70) kaufen zu können. Für Nicht-Fotografen: das ist ein so genanntes Standard-Zoomobjektiv, welches hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) für Portraitfotografie eingesetzt wird. Es hat als kleinste Brennweite 24mm und als längste 70mm; also quasi so ähnlich wie ein Kit-Objektiv (18-55), das ein wenig in Richtung Tele verschoben wurde.
Wenn man sowas in „Lichtstark“ haben möchte, gibt es „das Original“ von Canon, als 24-70 f/2.8 L II für deutlich oberhalb von 1700 €uro. Von Sigma gibt es eins, aber eben auch eins von Tamron. Und weil ich bisher (bis auf den Defekt meines 90ers eben) nicht wirklich schlechte Erfahrungen mit Tamron gemacht habe, habe ich mich für das 24-70 f/2.8 von Tamron entschlossen, wohlgemerkt, noch die Vorgängergeneration und nicht das aktuelle Objektiv mit dem Suffix G2.
Nach Erhalt meiner „Megascherbe“ (wie ich das Objektiv inzwischen nenne) habe ich sie auch gleich auf meine Kamera montiert. Im Vergleich dazu sieht mein 50mm f/1.4 geradezu lächerlich aus, wie das Foto zeigt.

20180409_tamron_24_70.jpg

Leider wurde meine Freude erstmal dadurch getrübt, dass mein „neues Schätzle“ den Akku meiner guten alten EOS innerhalb von zwei Tagen leer gelutscht hat. Und zwar unabhängig davon, ob ich die Kamera am Hebel ganz aus gemacht habe oder ob sie im Power-Save-Modus war (das ist bei mir eigentlich der Normalzustand). Ich habe also Tamron angemailt und die haben mir ganz unbürokratisch einen Retoure-Zettel geschickt und das Objektiv repariert. Nach Austausch von Elektronik und VC (das ist der Anti-Wackeldackel von Tamron) ist die Megascherbe wieder bei mir (an dieser Stelle wären wir also beim Titel dieses Beitrags) und tut auch auf meiner Kamera wunderbar ihren Dienst.
Freu!

Ich muss mich aber noch ein wenig an das Gerät gewöhnen, denn das Objektiv wiegt geschätzt 3x soviel wie mein Kamerabody. Ich ertappe mich dabei, zu vergessen, dass ich nun Zoomen kann :-) und bei der Nachbearbeitung fiel mir auf, dass es in den Fotos auf einmal Ballen- und Kissenverzerrungen gibt (das kannte ich von meinen Festbrennweiten nicht).

Aber das wird schon noch, denke ich!

Hier mal ein Pfau vom Sonntag vom Vogelpark an der Villa in Crailsheim, mit butterweichem Bokeh:
20180506_fau.jpg

Update: Imaging Ressource zum Thema :-)

Dienstag, 8. Mai 2018 by Wolfram
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