Rentiert sich



Nachdem die Reinigung des Metallrohrs (in Opel-Deutsch “Ladeluftrohr”) nur wenig fahrdynamische Relevanz hatte, habe ich mich im nächsten Versuch durch eine mehrstündige Operation an das eigentliche AGR rangeschraubt. Oben im Bild (vor der Scheibe) sieht man die Drosselklappe, die normalerweise vorne am AGR angeflanscht ist (ja, mein Corsa C hat schon “Fly-by-wire”!). Auch das Ladeluftrohr liegt da. Das AGR ist hier noch eingebaut, unteres Bilddrittel, auf der rechten Seite, links vom Kühlwasser-Ausgleichsbehälter.
agr_megapuzzle.jpg

Nach dem Ausbau habe ich mit verschiedenen Schraubendrehern und Bürsten den Ruß aus dem AGR und auch aus der Drosselklappe rausgekratzt. Im folgenden Bild sieht man am AGR oben den Anschluss für die Abgaszuführung, an das große Loch unten kommt die Drosselklappe. Hinter dem Deckel dazwischen ist das eigentliche Ventil. Rechts auf dem Lumpen liegen etwa zwei Handvoll Ruß.
agr_putzen.jpg

Nach gaaaaanz viel Kratzen und Bürsten und Putzen habe ich mich wieder an den Zusammenbau gemacht. Auf diesem Bild sieht man das AGR rechterhand und das besagte Ladeluftrohr oben quer.
agr_mit_metallrohr.jpg

Aufgeregt machte ich mich nach auf eine Probefahrt - und siehe da: jetzt zieht der Wagen auch unterhalb von 2000 1/min wieder!

Sonntag, 14. August 2016 by Wolfram
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Rentiert sich nicht



Wenn ihr einen Opel mit Z17DTH-Motor habt und der anfängt, insbesondere im kalten Zustand beim Gas geben zu rußen, sich das Turboloch besonders tief anfühlt und außerdem unter 2000 1/min nicht mehr wirklich die Wurst vom Teller ziehen mag, dann liegt das höchstwahrscheinlich am AGR. AGR bedeutet ausgeschrieben „Abgas-Regelventil“ oder auch „Abgas-Rückführventil“. Es verbessert den Schadstoffgehalt des Abgases dadurch, dass Teile des Abgases nochmal durch den Motor geführt werden.
Das AGR sitzt beim Z17DTH rechts seitlich am Motor dran. Es ist über ein Metallrohr mit dem Ansaugkrümmer verbunden.
agr_rechts_am_z17dth.jpg
Wenn das AGR mit Ruß zugesetzt ist, dann regelt beziehungsweise rückführt da nicht mehr viel, was zu dem schon eingangs beschriebenen Mega-Turboloch führt. Als Abhilfe kann man das komplette Ventil tauschen lassen (was einiges mehr als 500€ kostet) oder man baut das Ventil aus und putzt es mal kräftig durch (siehe zum Beispiel hier auf Youtube).
Heute habe ich mich mal zur Orientierung meinen guten alten Corsa so weit zerlegt, dass ich zumindest schonmal das Metallrohr ausbauen konnte. Das Metallrohr liegt unterhalb der Luftleitung; ich hab das im folgenden Bild mal markiert.
agr_metallrohr_lage.jpg

Ich habe schon recht dicke Ablagerungen vorgefunden (etwa 5mm) und dachte mir, dass es doch was bringen könnte, wenn ich zumindest mal dieses Rohr ordentlich sauber mache.
Meine erste Lehre aus der Aktion ist, dass der Z17DTH im Corsa beschissen verbaut ist. Ich hab mir einige Schrammen an den Händen geholt.

Meine zweite Lehre ist, dass man zum Putzen des Rohrs besser keinen Bremsenreiniger nimmt. Denn das macht nur ekligen Dreck, den man nirgendswo mehr wegkriegt.
metallrohr_bremsenreiniger.jpg

Besser war es auf jeden Fall, das Rohr wie einen Zweitakter-Auspuff zu behandeln. Ausbrennen hieß die Devise. Und dann mit einer Kaminfegerbürste hinterher.
metallrohr_ausbrennen.jpg
Nun ist das Rohr innerlich wieder blitzsauber ohne Ablagerungen.

Und meine dritte Lehre aus der Aktion ist, dass es bei dem oben beschriebenen Motor-Verhalten rein gar nichts bringt, wenn man nur das Rohr putzt. Denn wenn das Ventil verkokt ist, dann geht durch das Rohr auch nix mehr durch.

Da muss ich also ans eigentliche AGR ran, mit Kühlwasser ablassen und so Sachen …
:-(

Mittwoch, 10. August 2016 by Wolfram
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Die Launschlampe



Für meine Kids habe ich neulich eine Launschlampe gebaut. Also eine Lampe für die Launsch.

Angefangen habe ich mit einem 5 Meter langen selbstklebendem LED-Streifen in Bunt. Dazu kamen noch zwei preisreduzierte Dreiersets Einbau-LED-Spots, eine bestehende Discokugel, ein Dreifach-Funksteckdosenset sowie Holz und Farbe.
Weil ich den LED-Streifen mindestens zweimal im Kreis führen wollte, war die Rechnung schlicht: 5m durch Pi durch 2. Das ergibt einen Durchmesser von knapp 80cm — das war also mein erstes Maß!
Ich habe mir dann aus Mehrschichtplatten einen Kreis mit diesem Durchmesser ausgesägt. Aus einem Streifen habe ich mir vieleviele Segmente für die Seitenteile gesägt, und in einen zweiten Kreis habe ich ein Loch reingesägt. Nach dem Zusammenbau der Holzteile konnte ich mit dem Einbau der Elektroteile beginnen:
loungelampe_offen.jpg

Zugegeben, hier sieht das vielleicht verwirrend aus, aber eigentlich ist es ganz einfach:

  • der Strom wird auf die Funksteckdosen verteilt
  • an der einen Steckdose hängen die LED-Spots
  • an der anderen Steckdose hängt die Discokugel
  • der LED-Streifen kriegt immer Strom, weil der eine eigene Fernbedienung hat

An der Decke sieht das Ding dann ziemlich spacig aus. Innen habe ich die Lampe weiß gestrichen, damit das bunte Licht der LEDs maximal reflektiert wird. Außen wurde sie silbrig angestrichen.

Wenn man nur die Spots anmacht, hat man eine sehr helle Beleuchtung für die Lounge - äh Launsch:
loungelampe_normalbeleuchtung.jpg

Wahlweise kann man auch nur mit Discokugel fahren, das sieht dann so aus:
loungelampe_discokugel.jpg

Oder man schaltet sich nur die bunten LEDs ein, je nach Gusto in der passenden Farbe. Zum Beispiel Gelb:
loungelampe_led_gelb.jpg

Oder Grün:
loungelampe_led_gruen.jpg

Oder Lila:
loungelampe_lila.jpg

Oder in beliebiger Kombination.
Es versteht sich von selbst, dass die Kids am Liebsten mit wild farbwechselnden LEDs und Discokugel beleuchten.

Freitag, 5. August 2016 by Wolfram
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Die KVD-Schraube



Neulich latsche ich so an unserem Familienwagen vorbei, werfe einen Blick auf den linken Vorderreifen und denke mir noch: das Steinchen hängt aber an einer seltsamen Stelle im Profil.
kvd-schraube.jpg
Bei näherer Betrachtung stellte sich aber heraus, dass es dann doch kein Steinchen war, sondern ein Metallteil.
Das dümmste, was man in so einem Fall machen kann, ist, den Fremdkörper direkt entfernen zu wollen. Denn solange der Reifen noch den Druck hält, ist die verletzte Stelle dicht.
Gestern nun hab ich mir die Geschichte mal im Detail angeschaut und festgestellt, dass es sich bei dem Metallteil um eine KVD-Schraube handelte. Das Kürzel “KVD” habe ich von einem Arbeitskollegen gelernt, denn der bestellt sein Steak immer so: “Kurz vor durch”.
Nachdem ich das Ding herausgepult hatte, habe ich die Innenseite des Reifens auf Defekte untersucht - und keine gefunden. Mit einem Stück Schweißdraht war es aber ohne größeren Kraftaufwand möglich, ins Reifeninnere vorzustoßen. Klarer Fall für einen vulkanisierten Reifenreparaturpilz. Jetzt können wir auch wieder ohne Bedenken Schotterwege fahren

Dienstag, 21. Juni 2016 by Wolfram
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Plastikhebeleien



Wenn der Junior mal irgendwas™ in seine Blaster-Pistole (ganz genau ist das eine BoomCo Whipblast) reingestopft hat und die deshalb nicht mehr geht und der Kollege auch noch verstanden hat, wie ein Kreuzschlitzschraubendreher funktioniert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er irgendwann mal mit den Brocken vor einem steht und äußerstscheißfreundlich bettelt, man möge das doch wieder zusammenschrauben.
Die Zahnräder waren schnell wieder beisammen, aber es ist ein Teil übrig geblieben; hier oben im Bild.
blaster_geoeffnet_mit_seltsamem_teil.jpg

Ich hab den Blaster nach einigem Rätseln einfach so wieder zusammengeschraubt und das Teil weggelassen; er ließ sich dann auch laden und abdrücken - aber glücklich war der Junior nicht darüber, denn die Schaumgummipfeile haben sich nicht wirklich bewegt.

Also habe ich wieder aufgeschraubt und gerätselt, wie das Ding überhaupt funktioniert. Die Zahnräder und der Griff sind eine Übersetzung, mit der auch kleine Kinderhände die starke Feder im Lufttank (blau, rechts) betätigen und den Blaster damit “laden” können. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Hersteller eine Sicherheitsfunktion eingebaut hat. Nämlich kommt nur dann Luft vorne raus, wenn auch ein Pfeil drin steckt, und genau dafür ist der weiße Mechanismus links im Bild. Dabei handelt es sich um eine Wippe, die über einen Schieber den Durchgang für die Luft aus dem blauen Tank von rechts nach links freigibt. Wenn man sich den Lauf anschaut, dann hat der eine Aussparung und das mir zu dem Zeitpunkt noch rätselhafte Teil hat eine Nase, die da rein passt.
blaster_rohr_mit_aussparung.jpg

Das war dann auch schlussendlich des Rätsels Lösung. Denn wenn man den Blaster so zusammen baut:
blaster_teil_eingebaut.jpg

Dann ist schützt der Schieber ordnungsgemäß den Luftauslass, wenn kein Pfeil geladen ist.
blaster_teil_nicht_betaetigt.jpg

Wenn man dann einen Pfeil reinsteckt, dann drückt der gegen die Nase, diese verschiebt sich nach unten, betätigt den Hebel und sorgt dafür, dass der Schieber nach oben geht und den Luftstrom nicht mehr bremst:
blaster_teil_betaetigt.jpg

Und dann hat auch der Junior wieder seine Freude an dem Teil!

Eine andere Möglichkeit wäre freilich gewesen, die Schutzvorrichtung komplett zu deaktivieren, aber wir wollen ja sicher sein beim Ballern, nüschwoar?!

Montag, 28. März 2016 by Wolfram
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Linsensalat



Nein, wer gedacht hat, dass es hier ein Essay über gesunde Ernährung gibt, hat sich getäuscht. Ist ja schließlich Fastenzeit; da gibt’s nix
:-)
Späßle g’macht … Gleich vorab möchte ich mich für die unscharfen Fotos entschuldigen; abber isch war ebbi a bissi uffgreecht …

Diese Woche ist auf irgendeiner Foto-Newsseite ein Objektiv-Retroring an mir vorbeigescrollt. Mit solchen Dingern kann man sein “Normalobjektiv” falschherum an die Kamera montieren und dadurch insbesondere im Makrobereich verwenden. Danach bin ich wiederum in irgendein Forum geraten, in welchem behauptet wurde, dass sich das Canon-Standard-Kitobjektiv 18-55 mit sehr wenig Aufwand und sogar reversibel zu einem Makroobjektiv umbauen lässt.
Klarer Fall für einen Praxistest. Der Blick in den Strempfer’schen Objektivzoo verrät, dass ein 18-55 da ist; das Objektiv ganz rechts:
objektivzoo_20160213.jpg

Ein letzter Blick auf das oftmals unterschätzte Objektiv, bevor wir mit der Operation beginnen:
18-55_noch_ganz_20160213.jpg

Für den Umbau muss man den Aufkleber-Ring vorne drauf runterniffeln.
18-55_aufkleber_runter_20160213.jpg

Darunter verbergen sich drei Schrauben. Diese muss man mit einem feinen, stabilen Kreuzschlitzschraubendreher raus schrauben. Ich habe einen Schraubendreher von iFixit verwendet, der mal mit einem Telefonreparatursatz kam. Es ist sinnvoll, sich die Position der Schrauben in den Langlöchern irgendwie zu markieren; wer gute Augen hat, kann die Linse später beim Rückbau auch anhand der Druckstellen der Schraubenköpfe auf dem Kunststoff wieder ausrichten.
18-55_drei_schrauben_20160213.jpg

Hier steht das 18-55, einsam und verlassen, seiner vorderen Linsengruppe beraubt * schnüff *
18-55_linse_ab_20160213.jpg

Der Witz ist nun, dass man diese vordere Linsengruppe nun genau falschherum wieder fest machen kann. Also in der Lage wie auf dem obigen Foto. Dieser Umbau macht das 18-55 tatsächlich Makrofähig!

Zeit für ein paar Tests!

Wir nehmen uns ein Makrotestobjekt; in diesem Beispiel einen Anhänger von den Kids. Größe insgesamt etwa 5cm. Als Makrotestbereich wird der “Ellbogen” des vorderen linken Beins verwendet.
makrotestobjekt_20160213.jpg

So sieht das mit dem 18-55 geschossene Makro aus (freihand, Modus P, Zoom auf 55mm, Fokus manuell):
makrostestobjekt_18-55_vollansicht_20160213.jpg

Hier habe ich die Mitte aus dem Foto für euch in 1:1 rausgesäbelt:
makrostestobjekt_18-55_crop_20160213.jpg

Zum Vergleich, hier der Bildausschnitt, wie ihn meine EOS durch mein gutes Tamron 90mm sieht:
makrostestobjekt_tamron_vollansicht_20160213.jpg

Und auch hierzu ein 1:1-Crop:
makrostestobjekt_tamron_crop_20160213.jpg

Das Strempfer’sche Fazit:
Nach zwei, drei Fotos habe ich das 18-55 wieder zurückgebaut. Für Leute mit ohne Geld mag der Umbau eines 18-55 eine gute Möglichkeit sein, an ein Makroobjektiv zu kommen. Aber meiner Meinung nach fahre ich mit meinem vorhandenen 90mm-Tamron besser.

Samstag, 13. Februar 2016 by Wolfram
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Sägen am laufenden Band



Ich habe mir (wie neulich schon angekündigt) eine kleine Bandsäge geschenkt, eine Holzstar HBS 251. Inzwischen wohnt das Gerät auch schon eine Weile bei mir, und ich habe so ein paar Dinge gelernt und gebastelt.

bandsaegle.jpg

Das Auspacken und die Inbetriebnahme haben mich nicht vor große Rätsel gestellt. Die Maschine war kompakt und gut geschützt verpackt. Entgegen der Aussage meines Lieferanten war der Säge doch ein Winkelanschlag beigelegt; damit habe ich den unnötigerweise mitbestellt. Gut, die 11 €uro bringen mich nicht um; ärgerlich finde ich es trotzdem, vor allem, weil der Lieferant nicht auf entsprechende Hinweise reagiert hat.

Das Maschinchen ist mechanisch stabil aufgebaut; im Lieferumfang befindet sich (neben dem Winkelanschlag) eine gedruckte Bedienungsanleitung mit Hinweisen zur Grundeinstellung und zur regelmäßigen Wartung, ein Parallelanschlag, Montagematerial für den Sägetisch und ein paar Inbusschlüssel zum Einstellen der Bandführungen.
Der gusseiserne Sägetisch wird mit vier M6-Schrauben an einem halbrunden Alugussteil montiert, welches wiederum mit einem einzelnen M6-Bolzen plus einer großen Flügelmutter am Gegenstück an der Säge festgemacht wird. Nach Lösen der Flügelmutter kann der Tisch zwischen -3 und +47 Grad geschwenkt werden. Vorne am Sägetisch wird mit zwei Flügelschrauben ein Aluprofil festgeklemmt, an welchem sich wiederum der Parallelanschlag festhält. Nach dem Einstellen der Bandführungen ist die Säge quasi direkt betriebsbereit.

Band spannen
Ein Bandsägeband hat dann korrekte Spannung, wenn der Bandsägebandspannungsmesser korrekte Bandspannung anzeigt …
:-)
Spaß beiseite, es ist recht einfach, ein Bandsägeband auf korrekte Spannung zu prüfen, denn ein richtig gespanntes Band macht Musik! Die Prüfung erfolgt, indem man die Höhenverstellung ganz nach oben stellt und dann am Band zupft. Wenn es nur einen dumpfen Ton von sich gibt, ist die Spannung zu niedrig. Wenn es einen sehr hohen Ton von sich gibt, ist es zu stark gespannt. Ein richtig gespanntes Band gibt einen mittelhohen, angenehmen Ton von sich. Dann lässt es sich in der Mitte zwischen der oberen Bandführung und dem Sägetisch zwischen 3 und 5mm seitlich drücken.
Bei der HBS 251 wird das Band bequem über einen großen Knopf oben auf der Säge gespannt. Die Position auf den Laufrädern wird über eine Schraube auf der Rückseite des oberen Laufrades eingestellt. Damit wird eine Wippe betätigt, welche die Achse des oberen Laufrads mehr oder weniger schräg stellt. Es ist sinnvoll, diese Einstellung vor dem Einstellen der Bandführungen durchzuführen. Auch muss man beim Einstellen aufpassen, dass die Bandspannung nicht zu groß wird.

Einstellen der Bandführungen
Die Bandführungen bestehen aus Kugellagern mit ca. 20mm Durchmesser. Die Säge hat oberhalb und unterhalb des Sägetisches je drei davon. Sie lassen sich einstellen, nachdem man mit dem 5er Inbusschlüssel die durch die Lager gesteckte Schrauben angelöst hat. Laut Anleitung sollen zwischen Sägeblatt und Lager 0,8mm sein. In der Praxis wird man die Säge von Hand drehen und schauen, dass sich die Lager (sowohl die seitlichen als auch das hintere) bei unbelastetem Band nicht mitdrehen. Unterhalb des Sägetisches kann man nur die hintere Bandführung problemlos verstellen, für das Einstellen der seitlichen Lager muss der Sägetisch heruntermontiert werden, damit man die Kunststoff-Schutzabdeckungen wegschrauben kann. Das ist auch kein großes Problem; einfach das Alu-Querprofil vorne abnehmen, dann die einzelne Flügelmutter für die Tischschrägstellung lösen. Schon kann der Sägetisch nach hinten abgenommen werden.
Übrigens halte ich den einzelnen, nicht weiter befestigten Gewindebolzen der Winkelverstellung für das größte Manko der Säge. Denn es ist ein riesiger Krampf, beim Wiedereinbau irgendwie den Tisch zu halten und den Bolzen daran zu hindern, innerhalb des Alugussteils zu verschwinden, während man gleichzeitig probiert, die Flügelmutter wieder anzusetzen.

Was mir an der HBS 251 noch so aufgefallen ist

  • Die 350W des sehr leisen Motors sowie das mitgelieferte Sägeblatt reichen für kleinere Sägearbeiten vollkommen aus. Da das Original-Sägeblatt etwas breiter ist (es hat geschätzte 8mm sowie etwa 6 Zähne pro Zoll), gelingen engere Kurven als 50mm Radius nur schwierig und je nach Materialstärke mit (wortwörtlichem) Hängen und Würgen. Ich habe ein paar Experimente mit Eiche-Feuerholz gemacht (ca. 100mm stark). Beim Sägen ohne Anschläge hat das Maschinchen gut durchgezogen. Mit Parallelanschlag hat es öfters mal würgen müssen, da die meisten Sägeblätter keinen sauberen Geradeausschnitt können.
  • Der Motor hängt über einen kleinen Riemen am unteren Laufrad.
  • Die Laufräder sind gewuchtet, und die Bandspannung verändert sich bei einem Rundlauf nicht. Das kann man prüfen, indem man die Säge von Hand durchdreht. Der Ton, den das Sägeblatt beim Zupfen macht, sollte sich nicht in der Höhe verändern - dann passt alles.
  • Sowohl der obere Deckel als auch der untere verfügen über Sicherheitsschalter. Mit offenem Deckel sollte man ja auch nicht sägen.
  • Das Aufsetzen des Sägetischs ist (wie oben schon beschrieben) sehr krampfig.
  • Das zusätzlich von mir bestellte Sägeband mit 1790 x 6 x 0,65mm und 14 Zähnen pro Zoll hat im Vergleich zum Originalsägeband sehr saubere Schnitte gemacht. Viel habe ich damit allerdings nicht sägen können, denn es ist mir nach vielleicht 5 Sägeschnitten auseinandergerissen. An der offensichtlich schlampig ausgeführten Schweißstelle. Ich werde probieren, das mit Papas WIG-Schweißgerät wieder hinzubekommen.
  • Der Verstellbereich für die Bandspannung sieht mir nach Kompatibilität mit Bandlängen zwischen 1750 und 1800 mm aus. Muss ich aber noch nachmessen.
  • die Aufkleber für die Verriegelungen der Blechdeckel sind … unlogisch. Beim einen Riegel muss ich rechtsrum drehen, beim anderen linksrum. Die Aufkleber sind aber gleich.

Achja, meine erste Bandsägebox habe ich auch schon gesägt:
bandsaegebox1.jpg

Auf diesem Foto sieht man, wie’s gemacht wird:
bandsaegebox2.jpg

  • man säge sich einen Brocken Holz in (Außen-)Form
  • man säge das künftige Rückenteil ab (links im Bild)
  • man säge die Schublade aus dem verbleibenden Rest raus (hier habe ich das mit den nicht ganz so engen Radien gelernt)
  • nun kann man das Gehäuse am “Einschnittkanal” und mit dem Rückendeckel schon verleimen
  • derweil wird die Schublade vertikal dreigeteilt (rechts im Bild noch sichtbar)
  • aus dem Mittelteil wird der “Laderaum” entfernt
  • die Schublade wird wieder zusammengeleimt
  • bissel schmirgeln, Knopf dran und fertig

Wer sich das Procedere lieber in Videoform reinziehen will, bitteschön.

Sonntag, 7. Februar 2016 by Wolfram
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Energiesparmärchen



Vor langer langer Zeit, als “Bio” noch ein Schulfach war, das Erdöl billig und das Volk sich unter einem “Blauen Engel” im besten Falle eine angesäuselte Dame vorstellte, da saß in einer Kammer ein Männchen. Es war außerdem zu der Zeit, als die wenigsten Menschen das Wort “diffusionsoffen” kannten, geschweige denn buchstabieren konnten.
Das Männchen saß also da und lächelte in sich hinein. Und meinte es wahrscheinlich gut, als es unglaublich viel Styroporkleber verwendete und mit 2 Millimeter dünnen Styroporplatten die Wand beklebte. Diese Wärmedämmung sollte dann die Heizkosten in ungeahnte Tiefen sinken lassen. Dabei dachte sich das Männlein vielleicht auch noch: “wenn das mal jemand weg machen will, der muss schon die Wand einreißen”.
styroporwand.jpg
Das Männchen hatte aber nicht mit Winkelschleifern, Schleifscheiben der Körnung 24 und einem (in seiner eigenen Vorstellung) jung gebliebenen Recken mit eisernem Durchhaltevermögen gerechnet.

Und so kommt es, dass ich heute, ungefähr 25 Jahre später, dem Männchen die GEZ und das Finanzamt an den Hals wünsche.


Styroporkleber härtet übrigens fast wie Fliesenkleber aus. Wo aber Fliesenkleber sich wunderschön abklopfen lässt, bleibt Styroporkleber noch ein wenig Honigartig. Was dazu führt, dass beim Abkratzen von Styroporkleber jegliches Schleifmittel innerhalb kürzester Zeit nicht mehr so viel schleift beziehungsweise eher noch der Untergrund, auf den der Styroporkleber aufgebracht wurde, nachgibt.
Auch das Zeugs, welches ich hier noch als Fliesenkleber beschimpft habe, dürfte Styroporkleber gewesen sein.
Merke: nur wer selbst baut, kann auch seine Bausünden selbst machen. Alle anderen, insbesondere Renovierer, müssen die Bausünden anderer ausbaden.

Sonntag, 20. September 2015 by Wolfram
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