Warum der Reifenmonteur Michelin mag



Ich habe heute meine Winterräder draufgeschraubt. Und weil ich’s nach all den Jahren wissen wollte, habe ich die alten Bleigewichte weggemacht und die Räder nochmal neu gewuchtet.
Ergebnis:
An keine Felge musste ich mehr als 20 Gramm dranschlagen! Und nur ein Rad überhaupt hatte eine dynamische Unwucht.

Da sieht man, dass ein etwas teurerer (Michelin-) Reifen sich schon beim Wuchten bemerkbar macht…

Für meine fahrdynamisch unbefleckten Blogleser:

Bei einem Autorad gibt es zwei verschiedene Unwuchten, nämlich die statische Unwucht und die dynamische Unwucht.

Zuerst die dynamische Unwucht. Sie entspricht der Neigung des Rades, die eigene Drehachse pendeln zu lassen und kann somit nur dann auftreten, wenn das Rad nur einseitig gelagert ist. Die dynamische Unwucht macht sich bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterschiedlich stark bemerkbar, indem entweder ein brummendes Geräusch hörbar wird oder gar das Lenkrad anfängt, zu “flattern”. Die dynamische Unwucht wird bei Autorädern immer außen an der Felge durch ein passendes Gegengewicht korrigiert.
Wie man die dynamische Unwucht mit einfachen Geräten ermitteln kann, weiß ich leider nicht.

Die statische Unwucht kann man aber auch selbst ermitteln, indem man das Rad gut freigängig lagert und dann auspendeln lässt. Dann ist der schwerste Punkt unten. Das Ziel beim statischen Wuchten ist nun, genau gegenüber vom schwersten Punkt innen an der Felge ein Gewicht anzubringen, das genau der Unwucht entspricht. Nach dem statischen Wuchten sollte das Rad samt Felge in jeder Drehlage einfach stehen bleiben.

Da ein Motorrad- oder Fahrrad-Rad üblicherweise beidseitig gelagert ist, gibt es bei Zweirädern genauso üblicherweise nur eine statische Unwucht.

Und wer jetzt noch mehr wissen will, darf sich nun die passende Wikipedia-Seite reinziehen.

A propos Wikipedia:
Da habe ich neulich die Simple-English-Edition entdeckt, die die Dinge ziemlich dramatisch auf den Punkt bringt… Man nehme zum Beispiel den Artikel für Gas. Der deutschsprachige Artikel dazu ist auf meinem Rechner ungefähr so lang, wie die Linkliste. Der englischsprachige Artikel (einfach unten links in der Sprachenliste auf “Englisch” klicken) ist fast doppelt so lang wie die Linkliste, und der Simple English-Artikel passt fast auf eine einzige Seite.

Samstag, 29. Oktober 2011 by Wolfram
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