Nun gilt es



Emma ist nun im OP.

Was jetzt schon klar ist, dass ich heute nachmittag wieder nach Stuttgart fahren werde. Schlicht aus dem Grund, weil Oskar sich als nicht Krankenhaus-kompatibel erwiesen hat. Das funktioniert einfach nicht, wenn der Kollege unbedingt um Aufmerksamkeit heischen möchte, während zwei andere Kinder im Zimmer sich von einer Operation erholen sollen/wollen.

Es wird hier im Blog also in nächster Zeit ruhig sein, vielleicht sogar bis Ende nächster Woche.

Donnerstag, 15. April 2010 by Wolfram
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Wirre Gefühle



Schon vor längerer Zeit hatte ich geschrieben, dass meine Große einen Morbus Perthes hat.

Auf Klugscheiß steckt dahinter eine Ischämie der Femurkopfepiphyse, und diverse Fachleute empfahlen uns unabhängig voneinander eine IVO (die sich wiederum ausgeschrieben äußerst klugscheißerisch intertrochantäre Varisations- bzw. Valgisationsosteotomie nennt).

Ich kläre das mal eben auf: eine Ischämie ist allgemein eine Durchblutungsstörung. Und unter Femur versteht der Fachmann den Oberschenkelknochen. Bei der besagten Femurkopfepiphyse handelt es sich um nichts weniger als die Kugel des Hüftgelenks. Und die IVO ist schließlich eine Operation, bei der die Kugel per Durchtrennung des Oberschenkelknochens anders positioniert wird. Man spricht deshalb auch des öfteren von einer Umstellungsosteotomie, wobei eine Osteotomie wieder allgemein “mechanische Arbeit am Knochen” ist.

Schon vor einiger Zeit haben wir aufgrund der Expertenmeinungen mit dem Olgäle in Stuttgart einen Termin für diese Operation ausgemacht.

Heute nun habe ich Emma, Mama und Oskar nach Stuttgart gebracht, und es ist - speziell für mich als Kerl - äußerst schwierig, meine aktuelle Gefühlswelt für mich selbst einzusortieren oder gar in Worte zu fassen.

Auf der einen Seite sind wir uns supersicher, dass die Leute um Herrn Dr. Eberhardt wirklich gute Arbeit leisten werden. Schließlich machen die gut 300 dieser Operationen im Jahr; das ist eine ganze Menge.
Auf der anderen Seite ist ein menschlicher Körper nicht wie ein Auto, das man nach einer missglückten Reparatur einfach ersetzen könnte beziehungsweise bei dem eine Vorgehensweise A mit Sicherheit das Ergebnis B bringt.

Einerseits verspricht die OP (obwohl unsere Emma bislang komplett beschwerdefrei war), dass Emma mit 20 keine künstliche Hüfte braucht und sich ihr Hüftgelenk wieder normal aufbauen kann.
Andererseits kann uns niemand mit letzter Sicherheit sagen, dass die OP wirklich absolut notwendig ist.

Einerseits rede ich mir ein, dass ich den Leuten 100% vertrauen kann.
Andererseits kenne ich sie nicht wirklich.

Einerseits habe ich mich heute gefreut wie ein Schneekönig, als ich gesehen habe, wie Emma in der Klinik auf der Arche Noah rumgesprungen ist.
Andererseits blutet mir das Herz (und die Augen machen kräftig Pipi dazu), wenn ich weiß, dass sie das morgen Abend nicht machen können wird.

Einerseits interessiert es mich brutal, was die Leute morgen mit meiner Emma machen werden.
Andererseits hatte und habe ich viel zu viel Schiss davor, mir diesen Film anzuschauen.

Morgen ist also die Operation. Und ich bete und drücke sämtliche Daumen (ihr da draußen bitte alle auch!), dass alles absolut glatt geht.

Alles andere - und ich bitte um weitestgehendes Verständnis hierfür - ist mir momentan vollkommen scheißegal.

Mittwoch, 14. April 2010 by Wolfram
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Experten und ihre Meinungen



Heute früh waren wir bei der Orthopädin unseres Vertrauens, der Frau Dr. Städtler, um mit ihr nach der Diagnose letzte Woche das weitere Vorgehen wegen dem Morbus Perthes von unserer Emma zu besprechen.
Auch sie war von dem jüngsten Röntgenbild 1 nicht sehr begeistert, und hat uns nicht allzu viele Hoffnungen gemacht, dass wir um eine OP herumkommen werden. Sie hat uns jedoch empfohlen, mal noch im RKU in Ulm zwecks einer zweiten Meinung vorbeizuschauen.

Nun heißt es also erneut abwarten, was dabei wiederum herauskommt.

In der Zwischenzeit machen wir mit Krankengymnastik weiter; unser Physiotherapeut kann das gottseidank richtig toll.

Mein persönlicher Tipp als Fazit des Arztbesuches heute: Es ist eine komplett andere Geschichte, persönlich mit jemandem zu reden (in unserem Fall mit der Frau Dr. Städtler), als sich Detailwissen zu ergoogelnforesteln.
Denn: Zu viel Input führt nur zu Konfusion, und gerade im Netz findet man sehr viele Experten mit sehr unterschiedlichen Ansichten.

Footnotes

  1. an dieser Stelle ein Dank an das OsiriX-Projekt; eine super Sache für Macianer, die was mit CDs mit Röntgenbildern drauf anfangen wollen! ^top
Mittwoch, 21. Oktober 2009 by Wolfram
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Der Schweinehund



Der Morbus Perthes ist schon ein echter Schweinehund.
Letzten Mittwoch waren wir mal wieder zur Kontrolle in der Klinik. Irgendwie haben wir ja gehofft, dass nun alles in Ordnung ist, zumal unsere Emma keinerlei typischen Symptome wie ausgeprägtes Hinken und so zeigt.
Der Arzt wollte mit uns aber nach dem Röntgen direkt einen Termin für eine OP ausmachen. In den Foren der DMPI geistert für so eine OP die Bezeichnung IVO herum; ausgeschrieben muss das in etwa intertrochantäre Varisations- bzw. Valgisationsosteotomie heißen (nein, weiß ich nicht auswendig; hab ich von einer Homepage kopiert…).
Dabei wird - grob gesagt - ein Keil aus dem Oberschenkelknochen herausgesägt und damit der Hüftkopf eher in Richtung Hüftpfanne gebracht, um zu verhindern, dass der Hüftkopf die Pfanne beschädigt oder umgekehrt.

Wir haben den Herrn Dr. Eberhardt mal noch versetzt, denn bevor wir unsere Emma wochenlang eingipsen, wollen wir uns noch ordentlich informieren.
Unser Physiotherapeut meinte, dass die Röntgenbilder nicht zu Emmas Verhalten passen würden.
Mal sehen, was unsere Orthopädin dazu sagt.

Freitag, 16. Oktober 2009 by Wolfram
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Morbus Perthes also.



Am Mittwoch früh haben wir nun also die Diagnose vom Spezialisten am Olgäle erhalten: Unsere Emma hat einen Morbus Perthes.

Mädels sind dabei viermal seltener getroffen als Jungs, auch liegt Emma altersmäßig eigentlich unterhalb der “normalen” Grenze. Gut und schlecht gleichzeitig ist, dass sie keine großartigen Schmerzen hat. Gut ist, dass wir nichts gegen die Schmerzen unternehmen müssen. Schlecht ist, dass sich Emma entsprechend wenig schont, und eine junge Dame in diesem Alter verbal ruhig zu stellen, ist reine Illusion.

Mal sehen, wie sich das nun weiterentwickelt. Für den Anfang müssen wir nun zweimal die Woche zur Krankengymnastik, dann in vier Monaten zur Kontrolle wieder nach Stuttgart.
Es reicht also auf jeden Fall, dafür hier im Blog eine eigene Kategorie anzulegen.

Viele Infos zu der Krankheit und zu ihrem Verlauf haben wir der Webseite der Deutschen Morbus Perthes Initiative, kurz DMPI, entnehmen können.
Wir bleiben dran und berichten an dieser Stelle weiter, in der Hoffnung, Informationen und Hilfe für gleichfalls Betroffene bieten zu können.

Freitag, 19. Juni 2009 by Wolfram
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