Sonntag, 29. Oktober, 2023

Rosawolkenmacher

Im November 2022 hab ich euch mal von den rosafarbenen Wolken erzählt, die man hier in Kreßberg zuweilen sehen kann. Ich hab euch auch erzählt, dass daran irgendwelche Gewächshäuser schuld seien.

Nun, was soll ich sagen … nach näherer Prüfung stellt sich raus:
Das stimmt.

Ich bin neulich abends an den Gewächshäusern vorbei gefahren, und von der Nähe betrachtet, sieht das dann so aus:

20231021_rosawolkenmacher.jpg

Was man hier auch sieht, ist, dass die Gewächshäuser zu sind. Das hat mehrere Gründe. Ein Grund ist die Temperatur. Pflanzen mögen es gerne warm. Deshalb werden die Gewächshäuser in der kalten Jahreszeit beheizt. Durch offene Fenster würde die mühsam erzeugte Wärme entweichen.
Daraus entsteht aber ein Problem: Damit Pflanzen wachsen können, betreiben sie Photosynthese. Sie wandeln dabei CO2 aus der Luft und Wasser und Licht um in Sauerstoff (den sie frei lassen) und Zucker (den sie einlagern). Weil ja die Gewächshäuser geschlossen gehalten werden, ist irgendwann von dem CO2 in der Luft nur noch wenig da und die Photosynthese funktioniert nicht mehr sehr gut.
Das ist genau die Situation, in der Betreiber von Gewächshäusern dann tatsächlich CO2 in die Gewächshäuser einbringen; üblicherweise wird dazu CO2 verwendet, welches aus den Blockheizkraftwerken zur Wärmeerzeugung kommt. Man spricht dann von Kohlenstoffdioxid-Düngung.

Für die Pflanzen ist ein CO2-Überschuss also gut, aber für das Klima eher schlecht. Dass das Einbringen von CO2 in Gewächshäuser den Klimawandel nicht wesentlich befeuert, liegt an der Menge, die in Gewächshäusern verwendet wird, ihrer Erzeugung und dem Umstand, dass das Meiste CO2 in den Pflanzen eingelagert wird.