Dienstag, 30. Dezember 2014
Auch in diesem Jahr mache ich mit meiner persönlichen Weltverbesserungsaktion “Spende statt Böller” weiter.
Du willst auch mitmachen?
Kein Problem!
Das geht ganz einfach über den Spenden-Link auf unicef.de, per Bankeinzug, Kreditkarte oder auch PayPal.
Mein persönlicher Tipp: Mindestens das Doppelte von dem spenden, was man für Böller ausgegeben hätte.
Siehe dazu auch meinen Beitrag von 2013 oder den von 2012.
Montag, 29. Dezember 2014
Wenn man sich hier in Kreßberg ins Auto setzt und einfach mal 11 Stunden lang ziemlich genau gen Westen fährt, dann gibt es so eine gewisse Chance, dass man dann im Finstère landet. “Finistère” scheint mir aus dem Römisch-Lateinischen zu kommen, von wegen “Finis Terrae” oder so ähnlich. Zu Deutsch wäre das das “Ende der Welt”. Auf der Weltkarte sieht das auch tatsächlich so ähnlich aus, weil noch weiter westlich bis Amerika erstmal nur Atlantik kommt und sonst nichts. Wahrscheinlich stammt unser “finster” beziehungsweise unsere “Finsternis” auch aus diesem Wortkonstrukt ab. Die im Finistère lebenden Bretonen sind mit dieser Interpretation übrigens überhaupt nicht einverstanden; ganz im Gegenteil sind sie der Meinung, die Region sei der Anfang der Welt.
Aber ich schweife ab. Zurück zum Thema, nämlich zu der oben schon angefangenen, nahezu endlosen Autofahrt.
Wenn man also besagte 11 Stunden lang fahren würde, würde man - hauptsächlich wegen der Geschwindigkeitsbeschränkungen in Frankreich - etwa 1200 Kilometer zurück legen. Und ziemlich genau 1200 Kilometer westlich von Kreßberg befindet sich eine Kleinstadt mit dem Namen Bannalec.
Über die Kleinstadt Bannalec weiß ich so gut wie nichts. Aber ich weiß, dass sich ein Deutscher Autor den Namen der Ortschaft als Pseudonym ausgeliehen und inzwischen schon drei Krimis als “Jean-Luc Bannalec” herausgegeben hat.
Alle drei Bücher spielen in der Bretagne. Protagonist ist der rührig-menschliche Koffein-Suchti Kommissar Gerorges Dupin, welcher ohne seine umtriebige Assistentin Nolwenn und seine Inspektoren Riwal und Kadeg vermutlich keine Chance hätte, irgendetwas aufzuklären. Dabei scheint die Verbindung durchaus symbiotisch zu sein, denn der aus Paris zwangsversetzte Dupin denkt eben doch in ungewohnten Bahnen.
Der Autor weckt im Leser mit wunderbar detaillierten Ortsbeschreibungen große Lust auf eine Frankreichreise. Auch die Spannung kommt dabei keinesfalls zu kurz.
Wenn ihr also gerne Krimis lest, im Buchladen euch noch unbekannte Bücher von einem “Bannalec” liegen seht und deren Titel mit “Bretonisch” anfangen: die könnt ihr bedenkenlos mitnehmen und lesen. Die chronologisch korrekte Reihenfolge wäre “Bretonische Verhältnisse”, “Bretonische Brandung” und “Bretonisches Gold”.
Freitag, 26. Dezember 2014
An alle, die dieses Jahr zu Weihnachten auch einen Spätzle-Shaker verschenkt haben: ich wünsche euch ordentliche Leidensfähigkeit!
Denn nach der Freude folgt irgendwann auch der erste Test.
Dann kommt ein entmutigtes “mach du mal”.
Dann kommt Ernüchterung.
Dann kommt “So ein Sch3iß”.
Und dann zerrt die Beschenkte in aller Regel ihre althergebrachte Spätzlespresse aus dem vorherigen Jahrtausend aus dem Regal und macht auf herkömmliche Weise einen Spätzlesteig.
Mist.
Dabei funktioniert das Ding eigentlich gar nicht sooo schlecht — wenn man sich denn an die Anleitung hält.
Meine persönlichen Tipps nach ungefähr zwei Dutzend zu Spätzle umfunktionierten Eiern:
- Ich rate auf jeden Fall dazu, zuerst die Flüssigkomponenten miteinander zu verrühren. Obacht: Nicht Shaken! Denn der Deckel hält zwar bei Spätzlesteig dicht, aber nicht bei Wasser & Ei!
- erstmal nur zweidrittel des Mehls reintun. Insbesondere beim großen Shaker (4 Portionen) ist die Gesamtmenge sehr sehr derb zu shaken, wenn man alles auf einmal reintut.
- Wenn man beim Shaken die Mischkugeln nicht hört, ist der Teig zu dick. Dann fehlt’s an Flüssigkeit.
- Wenn man den Deckel aufmacht und der Teig schon ohne Drücken raussabbert, ist er zu dünn. Dann fehlt Mehl.
- Spätzlesmehl ist zwar nett, aber nicht unbedingt notwendig. Man kann auch ganz normales Mehl nehmen (Dinkel, Weizen, Whatever). Profitipp: mit ein bissel Grieß strecken!
- Shake it as long as you can!
- die Spätzle werden umso dicker, je näher man mit den Spritzdüsen am Kochwasser ist und je fester man drückt.
Frohes Spätzle shaken!
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Tag 1 nach der Bescherung. Die ersten Weihnachtsgeschenke sind schon wieder repariert, insbesondere die ferngesteuerten Sachen vom Sohnemann.
Und der Papa lernt, was ein Analemma mit einer Acht zu tun hat.
Und dass wir, nachdem der kürzeste Tag des Jahres nun vorbei ist, den Nullminutenkorrekturpunkt unten im Kurvenverlauf überschritten haben. Es geht aufwärts!
Samstag, 13. Dezember 2014
Heute hat der rote Wagen auf der Autorennbahn öfters mal gestreikt (obwohl weder Bahn noch Lusthansa noch Verdi). Also haben wir uns mal die Stromabnehmer-Bürsten genauer angeschaut:
Jeweils links ist die “leicht gebrauchte” und rechts die “frisch ausgetütete” Bürste zu sehen.
Weil wir keinen Plan hatten, ob die Bürsten mit solchen Maßen nun verschlissen sind oder nicht, haben wir mal prophylaktisch getauscht.
Und siehe da: Vermutlich hing das Streik-Problem dann doch damit zusammen, denn nach dem Tausch ging der Wagen wieder ordentlich.
Sonntag, 7. Dezember 2014
Früher™, als es noch VHS-Kassetten gab, hat man die Glotze angeworfen, das Dingens in den Recorder ploppen lassen und dann hat man vorgespult, bis der Film anfing.
Wenn man irgendwo mitten drin angehalten und die Kassette raus hat, dann konnte man Tage, Wochen oder Monate später an genau der Stelle weiter gucken, an der man aufgehört hatte.
Kratzer gab es nicht. Das Derbste war noch, wenn sich das Band mal im Recorder verheddert hat. Aber auch ein solches Problem konnte man mit einer Schere, einem Edding und etwas Mumm in der Hose selbst lösen, und dann waren im Extremfall mal ein paar Sekunden vom Film weg. Manchmal hat man den Schnitt nichtmal bemerkt.
Bei DVDs geht das alles nicht mehr.
Vorspulen bis zum Hauptmenü?
Njeeet.
FSK-Hinweis und Illegalitätswarnung müssen unbedingt angeschaut werden. Dabei ist der Witz ja, dass der legale Kunde verprellt wird. Weil jemand, der sich eine Sicherungskopie erstellt, bekommt den ganzen Schmonzes gar nicht mit; der darf direkt den Film anschauen.
Und wehe, wenn man eine DVD aus dem Player nimmt! Dann geht der ganze Spaß gleich nochmal von vorne los. Von gaaaanz vorne. Besonders unangenehm fällt mir da immer wieder “Disney’s Fast Play” auf — eine automatische Zwangsbeglückung mit allen auf der Scheibe enthaltenen Vorschaufilmchen. Mit “Fast” hat das überhauptnichts zu tun.
Und nochmal wehe, die Kids kriegen die Scheibe in die Flossen! Radiale Kratzer machen ja noch gar nicht mal so viel aus, das kriegt auch jeder 30€-Player von Welt heutzutage recht gut rauskorrigiert. Aber wehe, die Kratzer gehen in Laufrichtung! Ruckzuck springt der Film um einige Minuten oder lässt sich gar nicht mehr abspielen.
Ist heute wirklich alles besser?!
Mit HandBrake kommt man wenigstens wieder grob in die Richtung wie früher …
Sonntag, 30. November 2014
Der 1&1-Spamfilter war ist in letzter Zeit öfters mal so intelligent, dass er den eigenen Spambericht gleich mit im Spamordner versenkt hat.
Was dann zur Folge hat, dass ich (ohne in den Spamordner zu gucken) noch nichtmal mitbekomme, dass ich überhaupt Spam bekommen habe.
Respekt!
Sonntag, 23. November 2014
Im Mobilfunk-Netz wird man mit dem 5G-Standard nochmal deutlich schneller vorankommen als heute schon mit LTE. In Korea wurde neulich demonstriert, dass 7,5GBit/s tatsächlich möglich sind (ZDNet-Artikel).
Gigabit.
Pro Sekunde.
Nicht Kilobit, nicht Megabit sondern Gigabit.
Das Freivolumen meiner mobilen so genannten “Flatrate” wäre bei so einer Geschwindigkeit innerhalb von etwas mehr als einer halben Sekunde verbraten, denn 7,5GBit/s sind etwas über 900 Megabyte/s.
Dabei kommen uns solche Datenübertragungsgeschwindigkeiten nur schnell vor, denn praktisch gesehen befinden wir uns immer noch auf irgendwelchen digitalen Feldwegen.
Denn schaut mal her:
Festplatten mit einer Kapazität von 4 TB sind heute nichts unnormales mehr. Sie passen in Schachteln mit 10×5x20cm Größe rein. Wenn man einen handelsüblichen Lieferwagen mit solchen Schachteln voll macht, braucht man dafür so einige.
Überschlagsmäßig etwa 14000 Stück.
Damit hat der Sprinter dann eine Kapazität von 56000 Terabyte an Bord.
Gehen wir weiterhin davon aus, dass unser Lieferwagen von Füssen nach Flensburg fährt.
Das sind knappe 1000km. Geht man von einer Schnittgeschwindigkeit von 100km/h aus, dann braucht unser Sprinter dafür 10 Stunden.
Damit überträgt er grob überschlagen 1,5 Terabyte — pro Sekunde.
Das sind 1500 GigaByte oder 1,5 Millionen Megabyte.
Oder ein über 2,5m hoher Stapel aus über 2000 CDs.
Zum Vergleich: mein DSL16000 hier schafft im Upstream etwa 125kB/s. Damit kriege ich in 10 Stunden immerhin etwa 4,3 GB hochgeladen.
Der Sprinter hingegen schafft schon in einer einzigen Sekunde 350 mal mehr als mein “High-Speed-Internet” — in zehn Stunden (!!!)
Letztlich ist also meine ganz brauchbare Internetleitung verglichen mit dem Lieferwagen noch nicht mal ein digitaler Feldweg; das ist eigentlich sowas wie Tunnelbau. Den man von Hand mit Meißel und Hammer vorantreibt. Mit Vorschubgeschwindigkeiten, die man in Millimetern oder Zentimetern pro Tag misst.
Und es ist eine absolute Frechheit, wenn der Tele-Kommunikations-Marktführer in weiten Teilen Kreßbergs (und auch des sonstigen ländlichen Deutschlands) nur DSL-384 anbietet. Und das trotzdem “High-Speed-Internet” nennt.
Mittwoch, 12. November 2014
Heute ist der Tag, an dem Philae auf 67P/Churyumov–Gerasimenko landen möchte.