Sonntag, 24. November 2013

Windrad und Chinesenbart

Neulich schon war ich mit meiner Familie am Streuberg unterwegs. Da steht eins der größten Windkrafträder hier in der Region, und aus direkter Nähe besehen ist das wahrlich ein Gigant.
Das Wetter hat so gut mitgespielt, dass meine Fotos beinahe wie Zeichnungen aussehen. Erstmal unbearbeitet:

20131124_wie_gemalt1.jpg

Spielt man bei diesem Foto noch ein wenig mit dem Histogramm, dann sieht das Foto endgültig aus wie eine Zeichnung:

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Und heute Nachmittag im Wald haben wir uns die Stämme der Bäume ein wenig genauer angeschaut und tatsächlich so einige Chinesenbärte gesehen. Die sieht man meist an Buchen, und zwar an Stellen, an denen mal ein Ast war. Dabei bildet sich im Lauf der Jahre ein Rindenwulst, der tatsächlich aussieht, als ob das ein chinesischer Bart wäre.

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Sonntag, 10. November 2013

Größenverhältnisse (2)

Da hab ich gleich noch eine kleine Aufgabe zum Verschätzen für euch. Uuund zwar steht in Waldtann vor dem Rathaus dieser Fahrradständer:

fahrradstaender_rathaus_waldtann.jpg

Ganz offensichtlich ist der aus einem einzigen Stück Rohr gebogen.
Den genauen Durchmesser der Windungen habe ich jetzt nicht, aber das müsste irgendwo zwischen 40 und 50cm sein, wie man auch grob an den Pflastersteinen im Vergleich sieht.

Die Preisfrage lautet: Wie lang war das Rohr wohl vor dem Biegen?

Wenn die Spirale einen angenommenen Durchmesser von 50cm hat, dann sind das die 12 sichtbaren Windungen mal 0,5 Meter mal Pi plus die Länge der zwei Endstücke, die im Boden verankert sind — also gut zwanzig (20!) Meter.

Hätte man nicht meinen sollen, oder?

Sonntag, 27. Oktober 2013

Werden die sich ärgern!

Ich hab da ja so eine Art persönlichen Feldzug am Start. Und zwar habe ich mir schon vor längerem mal eine Karte von Kreßberg geschnappt und geschaut, wo ich denn überall schon mal war. Erstmal bin ich mächtig erschrocken, wie wenig ich von meiner Heimatgemeinde kenne, und seither schnappe ich mir immer, wenn’s geht, meine Familie und schau mir eine noch unbekannte Ecke an.
Heute konnte sich außer meiner Mittleren irgendwie niemand aufraffen. Dabei haben wir eine wunderschöne Tour durch den Wald in der Nähe von Bergertshofen gemacht.

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Die Laubbäume scheinen sich gegenseitig mit Farben zu übertrumpfen. Hier im Bild eine Buche (links) und eine Eiche (eher rechts), die gegen den stahlblauen Himmel regelrecht knallen.

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Wo Buchen standen, war der Weg richtig rotbraun mit Blättern

Viele Roteichenblätter fallen wie Nutellabrote auf ihre Oberseite(*). Die Unterseite der Blätter wollte aber (wegen hydrophob) den Regen und den Tau nicht so wirklich annehmen, sodass ich ein paar richtig schöne Wassertropfenfotos machen konnte. So wie das hier:

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Und das hier:

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Da werden sich meine Daheimgebliebenen aber ärgern, wenn sie diese Fotos sehen!

(*) Ungelöstes Rätsel am Rande: Was würde wohl passieren, wenn man einer Katze ein Nutellabrot auf den Rücken bindet und sie dann vom Tisch runterschubst? Würde an der Stelle das Raum-Zeit-Kontinuum zerreißen?

Sonntag, 13. Oktober 2013

Beeriger Herbst in Kreßberg

Pah! Indian Summer in Kanada, wer braucht das schon, wenn er auch in Kreßberg rumlatschen kann?! Niemand!

Ich war heute mit einer Auswahl an Kleinvieh (zwei meiner Kids und dem Hund) unterwegs, und wir haben ein paar tolle Sachen gesehen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will …

Zum Einen war da ein Ahorn mit schwarzen Flecken auf den schon gelben Blättern:

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Viele schöne Eichenbäume haben wir gesehen, und ich hab mich jetzt endlich mal schlau gelesen, was die Blattformen angeht. Das, was ich als Eichenblatt bislang kannte, ist das von der bei uns hauptsächlich vorkommenden Stiel- oder Traubeneiche. Das sind Weißeichen, nämlich mit runden Blättern. In unseren Wäldern findet man aber auch Bäume mit Eicheln drunter, die spitze Blätter haben. Und das sind Roteichen. Weiß ich das endlich auch mal …
Schöne Fotomotive geben auf jeden Fall beide ab, hier eine Roteiche:

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Wir haben viele viele Brombeeren gesehen; einige noch unreif (ob die es vor dem Wintereinbruch wohl noch packen?) und einige auch schon überreif. Auf jeden Fall sind das tolle bunte Flecken in der Landschaft!

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Trotz der vielen Pilzsammler standen auch noch einige Pilze herum. Teils ungenießbare, teils wurmige, aber auch ein paar sicherlich vergessene. So wie diese Schopftintlinge (die man ja nur so lange gut essen kann, solange sie noch nicht tinten):

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Nicht weit davon weg standen gleich ein paar solcher fast schon herzförmiger Pilze:

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Später haben wir auch noch ein paar schöne Fliegenpilze und vermutlich auch ein paar Steinpilze passiert, da hat der Wau aber so an der Leine gezogen, dass ich den Foto nicht auspacken wollte …

Die Weißdorne haben schon lang keine Blüten mehr, dafür aber wunderbar rote Beeren:

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Im Gegenlicht der Abendsonne zum Abschluss des Ausflugs haben die Eichenblätter richtig schön geleuchtet.

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Montag, 23. September 2013

Wenigstens

… spielen die Republikaner keine Rolle mehr.
Wobei in Kreßberg die NPD relativ stark ist, denn immerhin 43 der 3059 Wahlberechtigten haben bei denen ein Kreuz gemacht. Was aber über die Hälfte meiner Mitmenschen vom CvS überzeugt sein lässt, verstehe ich nicht. Mich hat der auch noch vollgespammt — mit Briefpost. Und das Zeugs war so Hochglanzbedruckt, dass es sich noch nichtmal ordentlich thermisch verwerten lässt. Was mir dabei immer wieder die Galle hochkommen lässt: solches Propagandamaterial dürfen dank “Wahlkampfkostenerstattung” wir Bürger auch noch bezahlen.

Wobei so eine Wahl an sich ja auch schon kein Nullsummenspiel ist, denn da muss ordentlich Geld vom Bund an die Gemeinden fließen, dieses Mal wahrscheinlich auch wieder über 66 Millionen Euro. Das war die Summe, die der Bundeswahlleiter für 2009 veröffentlicht hat.

Ab sofort schau ich die Leute um mich rum auf jeden Fall mit anderen Augen an, weil ja jeder zweite einer von “Denen” sein muss …

Interessant wäre es, wenn man die Zeit nochmal rückwärts und vorwärts spulen könnte. Hatten die Wähler wohl das Gefühl, dass Peers Mittelfinger in ihre Richtung zeigt?

Den Grünen hat es vor allem an Charisma gefehlt. Die brauchen mal wieder so einen wie den Fischer, zur Not auch in stabilen Verhältnissen lebend.

Hier geht’s zum Wahlergebnis von Kreßberg auf Kreßberg-Online

Freitag, 6. September 2013

Der Jäger und der Nebel

Als es noch so nett duster war heute früh, hab ich auch den Orion ablichten können, gleich zweimal:
Das erste Foto zeigt mehr das “große Ganze”, weil mit dem Kit-Objektiv bei 18mm geschossen:

orion_20130906_1.jpg

Später hab ich dann meine 50mm-Festbrennweite draufgespaxt und nochmal hingepeilt, dabei kam dieses Foto raus, auf dem man fast schon den Orionnebel erahnen können möchte (etwas unterhalb der Bildmitte), auf dem dem Orion aber der Kopf ein wenig abhanden gekommen ist:

orion_20130906_2.jpg

Und als dann schließlich die Sonne da war, hab ich noch ein schönes Bild vom morgentlichen Nebel gemacht:

nebelmeer_20130906.jpg

Und Nein, da ist kein Wasser!

El Coche Grande

Einen hab ich noch, nämlich den Großen Wagen (korrektes Spanisch wäre “la Osa Mayor”, ich hab in der Überschrift spaßeshalber und äußerst unkorrekt ein “großes Auto” daraus gemacht). Auf dem Foto sieht man trotz insgesamt nicht sehr schöner Schärfe (wir berichteten …) sogar den Reiter auf dem Knick der Deichsel, der gern mal als Sehtest angeführt wird.

grosser_wagen_20130906.jpg

Der Wald im Hintergrund ist der Ruhwald und das Auto fuhr von links nach rechts, also von Waldtann nach Marktlustenau.

Tempelhof by night

Ein kleiner Fang von heute früh:

tempelhof_by_night.jpg

(heute mal ein bissel größer, nämlich 1280 breit)

Mittwoch, 21. August 2013

Geht nicht

Gestern Abend, um 8 rum, über Downtown-Waldtann:

waldtann_vollmond_20130820.jpg

Schönes Bild, möchte man meinen, und doch zeigt es nicht das, was ich eigentlich fotografieren wollte …

Es fing ja schon mit dem Objektiv an. Ich ging aus dem Haus, sah den Mond wunderbar über dem Horizont hängen und dachte mir: “Woah, wie gut sieht das aus! Da muss ich unbedingt ein Foto davon machen!”.

Mit der Handykamera kommt bestenfalls ein mittelmäßig kitschiges Bild mit einem Leuchtpunkt raus.
Also habe ich die Fototasche herausgezerrt, die gute Spiegelreflex ausgepackt, die Kamera angesetzt und … festgestellt, dass mit dem 18-55-Kitobjektiv auch nur ein zwar etwas größerer aber dennoch recht kleiner weißer Punkt sichtbar ist.
Deshalb habe ich tief in der Fototasche gegraben und die längste Brennweite herausgefischt, in meinem Fall ein gutes altes 80-200 f/5.6, welches ich von meinem Schwiegervater geerbt habe.

Aber dann ging’s ja direkt weiter, weil so ein Vollmond ist ein Sauhund, der jegliche Automatismen der Kamera schonungslos und im Galopp über sämtliche zur Verfügung stehende Klippen jagt. Der Vorschlag vom Gerät (mit mittenbetonter Messung) wäre gewesen, die Blende ganz aufzureißen (f/5.6) und dann 1/25 Sekunde lang zu belichten. Zugegeben, auf solchen Bildern sieht man durchaus, dass da jemand versucht hat, den Vollmond abzulichten, aber schön wird das nicht, weil der Trabant komplett überstrahlt …

Also war manuelle Einstellung gefragt!
Für das Foto oben waren es dann letztendlich eine Blende f/10 und eine Belichtungszeit von 1/320.

Damit kriegt man also einen Mond recht ordentlich auf den Chip

Jedoch: eigentlich habe ich durch ein Loch im Gebüsch durchknippsen wollen, und zwar so, dass ich die Blätter so noch ganz leicht dunkelgrün kriege und dennoch die Zeichnung auf dem Mond ablichte. Und an der Stelle hab ich nach einigen Versuchen aufgegeben, weil ich kein Stativ dabei hatte. Denn das hätte ich gebraucht, um die für ein HDR-Bild nötige Belichtungsreihe aufzunehmen.

Da sieht man mal wieder, dass die Technik nicht immer gut darin ist, menschliche Sinne nachzuahmen.

Montag, 12. August 2013

Fokus, please!

Gestern Abend habe ich mich ein bissel in die Kreßberger Prärie gesetzt und mal experimentiert, wie man den Sternenhimmel wohl ordentlich abgelichtet bekommt.

Wobei ich inzwischen der Überzeugung bin, dass nicht ISO oder Blende oder Belichtungszeit die Hauptrolle spielt, sondern das Objektiv. Man sollte (Konjunktiv, weil ich keins parat hatte) eins haben, welches man einfach manuell auf Unendlich fokussieren kann. Die modernen Dinger, insbesondere die Zoom-Objektive, haben aber alle keine Unendlich-Fokussierung mit Anschlag mehr. Und Autofokus ist was, was am Nachthimmel genausowenig funktioniert, wie ein Blitz …

Eins meiner ersten Experimentalfotos zeigt den Überflug der ISS links am großen Wagen vorbei:

iss_20130811.jpg

Dann sind die gemeinen Rennwolken aufgezogen und haben den Westhimmel radikal verdunkelt:

rennwolken_20130811.jpg

Also konnte ich nur noch nach Osten (gen Marktlustenau) knippsen und habe probiert, ein wenig länger als üblich zu belichten. Das Resultat waren wunderbare Strichspuren, die ich in dieser Intensität nicht erwartet hatte. Ich hätte nie gedacht, dass sich die Sterne in nur drei Minuten so weit bewegen!

strichspuren_20130811.jpg

Aber ich hätte ja nur mal vorab in die Wikipedia schauen müssen: wer länger als 420 durch Brennweite belichtet, riskiert Strichspuren. Im Netz habe ich eine weitere Faustformel gefunden, die besagt, dass man nicht länger als 300 durch Brennweite belichten sollte — ich glaube, dass da schlicht ein Cropfaktor mit eingerechnet wurde.

Wieder was gelernt! (und so gut wie keine Perseiden gesehen :-( ) Und der nächste klare Himmel kommt bestimmt!

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